Rassistischer Flyer im Stuttgarter Leonhardsviertel

Im Folgenden dokumentieren wir einen Flyer, der im Stuttgarter Leonhardsviertel (Innenstadt) gegen die Einrichtung einer Unterkunft für Menschen im Asylverfahren verteilt wurde. Die Urheberschaft ist uns nicht bekannt; besagtes Aktionsbündnis ist unseres Wissens bislang nicht in Erscheinung getreten. Der Text arbeitet mit abwertender („Asylanten“) und martialisch-kämpferischer („wehren Sie sich“) Sprache; außerdem führt er „anständige Geschäfte und Familien“ gegen Asylbewerber_innen ins Feld, und schreibt so einer heterogenen Gruppe Menschen (Geflohene) aufgrund eines gemeinsamen ausländerrechtlichen Status (Asylverfahren) negative Eigenschaften zu (unanständig, Bedrohung etc.). Die Kontaktdaten von Frau Kienzle und Herrn Kuhn haben wir entfernt; dort stehen die eckigen Auslassungsklammern.

Im Folgenden der Originaltext:

„Leben Sie gerne im Leonhardsviertel? Dann wehren Sie sich gegen das geplante Asylantenheim in der Katharinenstr. 18 !!! Im Vordergebäude 1. % 2. OG sowie im kompletten Rückgebäude sollen ab Sommer 2014 80 Asylanten untergebracht werden. Bezirksvorsteherin Veronika Kienzle […] befürwortet das Projekt und glaubt ernsthaft damit die Prostitution zurück zu drängen! Sollten Sie ebenfalls gegen das Asylantenheim in der Katharinenstr. 18 sind dann rufen Sie Frau Kienzle an und machen Sie Ihr klar das diese Maßnahme kontraproduktiv zur positiven Entwicklung im Leonhardviertel ist. Denn seit einiger Zeit siedeln sich hier anständige Geschäfte und Familien an, diese werden das Leonhardsviertel schnell wieder verlassen. Am 19.12.2013 soll im Gemeinderat darüber entschieden werden! Wehren Sie sich und schreiben Sie an Hr. Kuhn […] und rufen Sie Frau Kienzle an damit wir Sie von Ihrer Idee abbringen.
Aktionsbündnis ein schönes & lebenswertes Leonhardsviertel“

Wer mitbekommt, dass weitere dieser oder andere ähnliche Flyer verteilt werden: Bitte schreibt es uns, wir dokumentieren es und bleiben am Ball. Vielleicht wäre es außerdem gut, Frau Kienzle und Herrn Kuhn zu signalisieren, dass es hier auch Menschen gibt, die solidarisch mit Notleidenden sind und die Unterkunft befürworten. Refugees welcome.