Archiv für Dezember 2013

Beschwerde über Rassismus am Arbeitsplatz führt zur Entlassung bei DB Sicherheit

Der Fall wurde vor dem Stuttgarter Landgericht am 5. und 19. Dezember verhandelt. Aus der Ankündigung bei freie-radios.net: „Aydin und sein Arbeitskollege arbeiteten mehr als 16 Jahren bei der DB-Sicherheit. Immer wieder sehen sie sich von einem deutschen Kollegen rassitisch diskriminiert. Sie berichten von Ausdrücken wie „Hey Ihr Kanaken“, „man müsse euch erschießen“ und „ihr gehört vergast“. Aufgrund dieser Vorkomnisse schrieben Aydin und sein Kollege im März 2012 einen Beschwerdebrief an ihren Chef. Etwas später dann die Überrachung. Sie erhielten Strafbefehle wegen vermeintl. Verleumdung.“ Das Verfahren wegen Verleumdung wurde nun eingestellt.

Quellen: freie-radios.net

Stuttgarter Gymnasium von antimuslimischen Rassistinnen und Rassisten bedroht

Weil das Stuttgarter Gottlieb-Daimler-Gymnasium als Weihnachtsfeier ein plurales „Fest der Werte“ plante, das alle Schülerinnen und Schüler und ihre Angehörigen egal welcher Religions- und Staatsangehörigkeit einbezieht, erhielt die Schule hunderte Droh- und Beschimpfungsanrufe sowie E-Mails.

Quellen: Stuttgarter Zeitung I Stuttgarter Nachrichten

Blick nach Süden: Stolpersteine in Villingen-Schwenningen unerwünscht

Weil es einfach krass ist, hier der Link zu einem Artikel in der Stuttgarter Zeitung: In Villingen-Schwenningen hat sich der Gemeinderat erneut gegen das Verlegen von Stolpersteinen zur Erinnerung an jüdische Ermordete im Nationalsozialismus ausgesprochen. Villingen-Schwenningen, da war doch was? Genau, das ist auch die baden-württembergische Gemeinde, in der der ehemalige Bundesgeschäftsführer und baden-württembergische Landesvorsitzende der NPD, Jürgen Schützinger, seit 1980 von ausreichend Wählerinnen und Wählern in den Gemeinderat gewählt wird.

Quellen: Stuttgarter Zeitung

Nazi-Nikoläuse auf Weihnachtsmarkt in Oberboihingen

Wie die Nürtinger Zeitung bereits Anfang Dezember berichtete, wurden auf einem Weihnachtsmarkt in der Region extrem rechte Flugblätter verteilt. Diese waren als weihnachtliches Geschenk ausgegeben.

Quellen: Nürtinger Zeitung

Rassistischer Flyer im Stuttgarter Leonhardsviertel

Im Folgenden dokumentieren wir einen Flyer, der im Stuttgarter Leonhardsviertel (Innenstadt) gegen die Einrichtung einer Unterkunft für Menschen im Asylverfahren verteilt wurde. Die Urheberschaft ist uns nicht bekannt; besagtes Aktionsbündnis ist unseres Wissens bislang nicht in Erscheinung getreten. Der Text arbeitet mit abwertender („Asylanten“) und martialisch-kämpferischer („wehren Sie sich“) Sprache; außerdem führt er „anständige Geschäfte und Familien“ gegen Asylbewerber_innen ins Feld, und schreibt so einer heterogenen Gruppe Menschen (Geflohene) aufgrund eines gemeinsamen ausländerrechtlichen Status (Asylverfahren) negative Eigenschaften zu (unanständig, Bedrohung etc.). Die Kontaktdaten von Frau Kienzle und Herrn Kuhn haben wir entfernt; dort stehen die eckigen Auslassungsklammern.

Im Folgenden der Originaltext:

„Leben Sie gerne im Leonhardsviertel? Dann wehren Sie sich gegen das geplante Asylantenheim in der Katharinenstr. 18 !!! Im Vordergebäude 1. % 2. OG sowie im kompletten Rückgebäude sollen ab Sommer 2014 80 Asylanten untergebracht werden. Bezirksvorsteherin Veronika Kienzle […] befürwortet das Projekt und glaubt ernsthaft damit die Prostitution zurück zu drängen! Sollten Sie ebenfalls gegen das Asylantenheim in der Katharinenstr. 18 sind dann rufen Sie Frau Kienzle an und machen Sie Ihr klar das diese Maßnahme kontraproduktiv zur positiven Entwicklung im Leonhardviertel ist. Denn seit einiger Zeit siedeln sich hier anständige Geschäfte und Familien an, diese werden das Leonhardsviertel schnell wieder verlassen. Am 19.12.2013 soll im Gemeinderat darüber entschieden werden! Wehren Sie sich und schreiben Sie an Hr. Kuhn […] und rufen Sie Frau Kienzle an damit wir Sie von Ihrer Idee abbringen.
Aktionsbündnis ein schönes & lebenswertes Leonhardsviertel“

Wer mitbekommt, dass weitere dieser oder andere ähnliche Flyer verteilt werden: Bitte schreibt es uns, wir dokumentieren es und bleiben am Ball. Vielleicht wäre es außerdem gut, Frau Kienzle und Herrn Kuhn zu signalisieren, dass es hier auch Menschen gibt, die solidarisch mit Notleidenden sind und die Unterkunft befürworten. Refugees welcome.

Göppingen: Vortrag gegen Rechts unter Polizeischutz

Bei einem Vortrag der Journalistin Ellen Esen am 19.11.2013 im Göppinger Rathaus versuchten mehrere Neonazis, die Veranstaltung zu stören.

Quellen: Südwestpresse I Südwestpresse