Kreis Esslingen: „Hausbesuche“ in der rechten Szene

Wie die Stuttgarter Zeitung am 25.2.2013 berichtete, wurden in den vergangenen Tagen „etwa 20 Männer, die nach Polizeiangaben mit der rechten Szene sympathisieren, rechtspolitische Veranstaltungen besuchen oder bereits wegen entsprechender Straftaten aufgefallen sind“ , von der Kriminalpolizei Esslingen und Beamten der „Beratungs- und Interventionsgruppe gegen Rechtsextremismus (BIG Rex)“ des Landeskriminalamtes Baden-Württemberg aufgesucht.

Im Artikel ist erneut (s. die Berichterstattung auf Stuttgarter Zustände) von „oft orientierungslosen jungen Menschen“ die Rede – so werden die Neonazis bezeichnet (nicht die Polizei, versteht sich).

Diese nachträgliche Entpolitisierung ist fatal – sie würdigt nicht die bewusste politische Einstellung, sondern behauptet pauschal bar jeglicher wissenschaftlicher Grundlage, neoazistische Straftäter und Szenegänger seien irgendwie verpeilt, verplant, ja huch- aus Versehen politisch aktiv.

Wir empfehlen dazu ein Buch für alle, die es besser wissen (wollen): Stefan Dierbach: Jung-rechts-unpolitisch. Die Ausblendung des Politischen im Diskurs über Rechte Gewalt. Transcript Verlag, Bielefeld 2010.

Quelle: Stuttgarter Zeitung