Deutsche Burschenschaft trifft sich in Stuttgart

Vom 23. bis 25. November 2012 fand in der Sängerhalle in Stuttgart-Untertürkheim ein außerordentlicher „Burschentag“ der Deutschen Burschenschaft (DB) statt.
Die DB versteht sich als Dachverband von 120 Burschenschaften, deren Mitglieder vor allem zwei Kriterien erfüllen müssen: Sie müssen männlich und deutsch sein. (Eine Mitgliedschaft von Nichtdeutschen ist jedoch zulässig, wenn eine Zugehörigkeit zum „deutschen Volkstum“ vorliegt.) Dass die Deutsche Burschenschaft nicht nur völkisch, nationalistisch und sexistisch, sondern auch offen für rechtsextreme Mitglieder ist, hat sich in den letzten Jahren wiederholt gezeigt. So handelt es sich beispielsweise bei Norbert Weidner – bis vor wenigen Tagen Chefredakteur des Verbandsorgans „Burschenschaftliche Blätter“ – um einen ehemaligen Funktionär der Freiheitlichen Deutschen Arbeiterpartei (FAP). Die FAP war aufgrund ihrer inhaltlichen Nähe zum Nationalsozialismus 1995 verboten worden.
Auf dem „Burschentag“ in Stuttgart kam es nun zur Spaltung, da der national-liberale Teil der DB den rechtsextremen Kurs nicht länger mittragen will. Doch auch von der Abspaltung „Initiative Burschenschaftliche Zukunft“ werden keine fortschrittlichen Impulse zu erwarten sein. Unter dem Wahlspruch „Ehre – Freiheit – Vaterland“ treten die weiterhin nur männlichen Mitglieder u.a. für die „Wahrung der nationalen und regionalen Identitäten“ in Europa ein. Integration sieht anders aus.

Bericht zum „Burschentag“
Bericht zu den Protesten gegen den „Burschentag“
Hintergrundinformationen zu Burschenschaften und Studentenverbindungen (PDF)