Archiv für November 2012

Deutsche Burschenschaft trifft sich in Stuttgart

Vom 23. bis 25. November 2012 fand in der Sängerhalle in Stuttgart-Untertürkheim ein außerordentlicher „Burschentag“ der Deutschen Burschenschaft (DB) statt.
Die DB versteht sich als Dachverband von 120 Burschenschaften, deren Mitglieder vor allem zwei Kriterien erfüllen müssen: Sie müssen männlich und deutsch sein. (Eine Mitgliedschaft von Nichtdeutschen ist jedoch zulässig, wenn eine Zugehörigkeit zum „deutschen Volkstum“ vorliegt.) Dass die Deutsche Burschenschaft nicht nur völkisch, nationalistisch und sexistisch, sondern auch offen für rechtsextreme Mitglieder ist, hat sich in den letzten Jahren wiederholt gezeigt. So handelt es sich beispielsweise bei Norbert Weidner – bis vor wenigen Tagen Chefredakteur des Verbandsorgans „Burschenschaftliche Blätter“ – um einen ehemaligen Funktionär der Freiheitlichen Deutschen Arbeiterpartei (FAP). Die FAP war aufgrund ihrer inhaltlichen Nähe zum Nationalsozialismus 1995 verboten worden.
Auf dem „Burschentag“ in Stuttgart kam es nun zur Spaltung, da der national-liberale Teil der DB den rechtsextremen Kurs nicht länger mittragen will. Doch auch von der Abspaltung „Initiative Burschenschaftliche Zukunft“ werden keine fortschrittlichen Impulse zu erwarten sein. Unter dem Wahlspruch „Ehre – Freiheit – Vaterland“ treten die weiterhin nur männlichen Mitglieder u.a. für die „Wahrung der nationalen und regionalen Identitäten“ in Europa ein. Integration sieht anders aus.

Bericht zum „Burschentag“
Bericht zu den Protesten gegen den „Burschentag“
Hintergrundinformationen zu Burschenschaften und Studentenverbindungen (PDF)

Antiisraelische Nakba-Ausstellung in Nürtingen

Die Sankt-Johannes-Gemeinde Nürtingen hat in ihren Räumlichkeiten die umstrittene Ausstellung „Die Nakba – Flucht und Vertreibung der Palästinenser 1948“ gezeigt. In der Ausstellung wird, so die Stuttgarter Nachrichten, beispielsweise verschwiegen, dass es der Staat Israel war, der im Mai 1948 von der Arabischen Liga militärisch angegriffen wurde – stattdessen suggeriert die Darstellung, Israel habe den Krieg begonnen.

Näheres zur Debatte um die Ausstellung: Deutsch-Israelische Gesellschaft Stuttgart & Mittlerer Neckar

„Ausstieg“ den „orientierungslosen jungen Leuten“

Wie die Südwestpresse am 23.11. 2012 berichtete, „hat die Waiblinger Kriminalpolizei gemeinsam mit Angehörigen der Beratungs- und Interventionsgruppe gegen Rechtsextremismus (BIG Rex) des LKA im Rems-Murr-Kreis rund 60 Personen aufgesucht, die nach polizeilichen Erkenntnissen der rechten Szene zuzuordnen sind.“
Abgesehen davon, dass 60 Personen eine ganze Menge sind, die anzeigen, dass das rechte Personenpotential im Rems-Murr-Kreis größer ist als es bisweilen gerne behauptet wird; abgesehen davon, dass das Bild vom ‚Ein- und Ausstieg‘ in die rechte Szene fälschlicherweise suggeriert, Menschen könnten eine politische Einstellung eben so mal ablegen wie einen abgetragenen Wintermantel – im Artikel der Südwestpresse werden Neonazis massiv verharmlost. Wer schreibt von „orientierungslosen jungen Leuten“ und „in den Sog geratenen jungen Menschen“, verkennt, dass Menschen sich für eine politische Einstellung und damit verbundenes Verhalten entscheiden (können). Unbewusste Faktoren spielen sicherlich eine Rolle (wie Ich-Schwäche oder Autoritätsfixiertheit), aber Neonazis derart zu entpolitisieren und als Opfer äußerer Umstände zu deklarieren, ist realitätsfern und schadet der Arbeit gegen Rechts.

Quelle: Südwestpresse

Neonazis anlässlich des sog. „Volkstrauertages“ in Göppingen

Neonazis haben am 18. 11.2012 anlässlich des sog. „Volkstrauertages“ in Göppingen einen Kranz abgelegt und nach eigenen Angaben ein „Gedenken zu Ehren der Toten durch Krieg und Vertreibung“ abgehalten. Sie meinen damit beispielsweise Soldaten der Wehrmacht, SS- und Polizeiangehörige, die bekanntermaßen am deutschen Angriffs- und Vernichtungskrieg beteiligt waren und seine Umsetzung zu verantworten haben.

Quelle: Neonaziwebsite
Quelle: Südwestpresse